Die eigene Suche

Mein Opa zügelte meine große Gusche immer mit den Worten:
"Grünschnabel, riech doch erst mal dorthin, wo ich schon hingeschissen habe!

Höre mir zu, mach was draus oder lass es sein.
Bemühe dich oder lass mich in Ruhe."

 

Harte Worte, an denen ich zu schlucken hatte.
Zeitweilig sprach ich nicht mehr mit ihm, war zutiefst beleidigt und hielt ihn
für überheblich.

 

Doch das Leben lehrte mich oft das, was er sagte. Seine Worte,
bemühe dich, brannten sich ein. Heute bin ich mit Zuversicht offen
für Wege, die meine eigene Lebensbühne bereichern können.

 

Mehr und mehr stelle ich fest, das mein Hintern nicht in eine einzige
Schublade passt. Viele Menschen können schon damit schlecht umgehen
und wollen mir gerne ihr eigenes Lebensschemata überstülpen.
Sie "wissen" ja genau wo es längs zu gehen hat, damit "man erfolgreich"
wird.

 

Die eigene Suche ist zwar aufreibender, aber tiefgreifender und viel intensiver
als andere "Erfolgsstorys" zu kopieren. Denn Erfolg ist relativ und etwas sehr Individuelles.

 

So fand ich meine Antworten mit Hilfe von Jonas.

Echte Zuneigung - die mein Innerstes berühren.
Freunde, die mich nicht verraten oder nur benutzen.
Vertrauen, das man in keinem Laden kaufen kann.
Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, die ich besonders im Geschäftsleben schätze. Zusammenhalt, welcher zur gemeinsamen Entwicklung gelebt wird.
Die Fähigkeit zur außerpersönlichen Betrachtung meines Selbst,

um das eigene Ego besser zu kontrollieren.
Nachsicht über das Unvermögen von uns Menschen, einschließlich mich selbst.
Die Wichtigkeit des ständigen Bemühens.
Und - Dankbarkeit für die Möglichkeit an Niederlagen lernen zu dürfen.

 

Das alles hat nichts mit materiellen Dingen zu tun.
Um das zu erkennen brauchte ich sechszig harte Jahre.

 

Viele Male habe ich auf dem Boden gelegen weil ich falschen Werten nachgerannt bin und Leuten Glauben schenkte, die vorrangig ihr eigenes Wohlergehen im Auge hatten. Auch das führte bis hin zum Erleben meines eigenen "Ablebens."

Danach sagte ich mir: "Was kann jetzt eigentlich noch kommen."

 

Immer wieder bin ich aufgestanden und habe mich erneut bemüht.

Viele Male habe ich dorthin gerochen, wo mein Opa..."na ja, du weißt schon."

Heute kann ich seine Worte unterschreiben. Sie waren ja auch nur als Gleichnis gemeint.

 

Inzwischen bin ich auf meiner Lebensbühne vom Kulissenschieber zum Regisseur meines Stückes unterwegs. In dieser langen Zeit habe ich mit Hilfe von Jonas Türen öffnen dürfen, deren Existens ich vorher nicht einmal vermutet habe.

 

Heute habe ich erkannt, das mein bunter Lebensweg sinnvoll ist, und mir den Wert des ständigen Bemühens immer näher bringt. Es gab oft Verdruss, aber auch viele wichtige Erkenntnisse. Und nur damit kann ich weitere Werte bilden.

 

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